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Alt 06.03.2004, 11:15   #1
masisto
Gast
 
Beiträge: n/a
Böse Was ist nach dem Pfüb an den Drittschuldner???

Hallo!
Leider kenne ich mich mit Pfüb´s nicht so aus, habe aber einen Titel. Ich habe jetzt auch schon einen Pfüb an den Arbeitgeber erwirkt.
Das ist jetzt mittlerweile schon über ein Jahr her. Komischerweise ist der Arbeitgeber sehr schlecht zu erreichen (steht auch nicht im Telebuch). Ich habe ihn bis jetzt zweimal erreicht und er hat mir gesagt er hätte die Auskunft über die Pfändungspflicht an das zuständige Amtsgericht geschickt "es wäre ja eh nichts bei seinem AN zu holen" und er hätte seine Pflicht erledigt wenn er das ans Amtsgericht geschickt hätte und nicht an mich (Drittschuldner).
Also ich habe nichts vom AG erhalten.
Wie muss ich mich denn jetzt weiter verhalten. Kann ich eine Auskunft beim Amtsgericht bekommen (ist sehr aufwändig da andere Stadt).
Ausserdem wenn es rechtens ist und der Arbeitgeber nicht zahlen muss, weil der AN zu wenig verdient, was kann ich denn dann noch tun um wenigstens einen Teil meines Geldes zu bekommen?
Kann ich auch eine EV erwirken? Ich hoffe das der Schuldner dann mal zahlt. Ich vermute nämlich auch das er eine LV oder Ratensparvertrag hat. Aber das bekommt man ja so nicht raus!
Kann ich auch Verdienstabrechnungen fordern? Dann kann man ja auch event. VL sehen!
Wäre echt lieb wenn mir jemand weiterhelfen könnte. Ich bin echt schon verzweifelt und habe das Geld fast abgeschrieben.
DANKE!
Gruss Silke
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Alt 06.03.2004, 18:14   #2
ZVGPROFI
Moderator
 
Registriert seit: 20.07.2003
Ort: Bayern
Beiträge: 2.928
Re: Was ist nach dem Pfüb an den Drittschuldner???

Hi masisto,

Zitat:
Zitat von masisto
Also ich habe nichts vom AG erhalten.
Wie muss ich mich denn jetzt weiter verhalten. Kann ich eine Auskunft beim Amtsgericht bekommen (ist sehr aufwändig da andere Stadt).
Die Auskunft über die "Pfändungspflicht" (= Drittschuldnererklärung) hätte der AG binnen 2 Wochen Dir (= Gläubigerin) gegenüber erklären müssen, nicht dem Amtsgericht.
Am Besten erkundigst Du Dich mal telefonisch oder schriftlich beim Amtsgericht, ob der AG die Erklärung tatsächlich "versehentlich" dorthin geschickt hat.
Vermute einfach mal, dass das nicht so ist. Ansonsten hätte das Amtsgericht diese Erklärung wahrscheinlich an Dich weitergeleitet.

Sollte sich die Auskunft des AG als Schwindel herausstellen, könntest Du ihn nochmals eindringlich auf seine Pflicht hinweisen, Arbeitseinkommen des Schuldners, das über den unpfändbaren Betrag hinausgeht, nicht mehr an den Schuldner, sondern an Dich bis zur vollständigen Tilgung der Forderung zu zahlen ist. Bei Verstoß gegen diese Pflicht ist der AG Dir gegenüber schadensersatzpflichtig.

Zitat:
Zitat von masisto
Ausserdem wenn es rechtens ist und der Arbeitgeber nicht zahlen muss, weil der AN zu wenig verdient, was kann ich denn dann noch tun um wenigstens einen Teil meines Geldes zu bekommen?).
Sollte der Schuldner danach tatsächlich kein pfändbares Arbeitseinkommen haben, könntest Du einen Pfändungsauftrag verbunden mit dem Antrag auf Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung an einen Gerichtsvollzieher erteilen. Wie so ein Auftrag aussehen kann siehe hier:
http://www.jurathek.de/forum/showthr...&threadid=3457

Zitat:
Zitat von masisto
Kann ich auch eine EV erwirken? Ich hoffe das der Schuldner dann mal zahlt. Ich vermute nämlich auch das er eine LV oder Ratensparvertrag hat. Aber das bekommt man ja so nicht raus!
Im Rahmen der EV ist der Schuldner verpflichtet über sein gesamtes Vermögen Auskunft zu geben. Verschweigt er etwas, so macht er sicht strafbar.

Zitat:
Zitat von masisto
Kann ich auch Verdienstabrechnungen fordern? Dann kann man ja auch event. VL sehen!
Zu der Thematik gibt es schon einen Diskussionsbeitrag; siehe hier:

http://www.jurathek.de/forum/showthr...5&pagenumber=2

MfG
ZVG
ZVGPROFI ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.03.2004, 00:54   #3
terry100
Gast
 
Beiträge: n/a
Hallo,

ich empfehle zur Pfändungsproblematik die Lektüre von Dr. Guido Gutenberg "Der Gläubigerschock" (ISBN 3-922588-36-0)
Die Lektüre wurde eigentlich für Schuldner verfasst, um die Gläubiger in den Wahnsinn zu treiben, mit Schuldnertricks die (fast) niemand kennt. Umgekehrt hilft sie jedem Gläubiger bei der Durchsetzung seiner Ansprüche. Ist nur ein Tipp-keine Werbung!

Gruß
TERRY100
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